Der Chefin sagen, dass Sie überlastet sind
Wann es passt
Sie haben mehr zugesagt, als in Ihre Arbeitszeit passt, und in den nächsten zwei Wochen wird etwas liegen bleiben. Gehen Sie hin, bevor ein Termin platzt. Vorher kann Ihre Führungskraft Prioritäten verschieben, hinterher bleibt nur die Erklärung.
Einstiegssatz
Ich möchte mit Ihnen über meine Auslastung sprechen. Ich habe im Moment mehr auf dem Tisch, als ich ordentlich schaffen kann, und brauche Ihre Hilfe bei der Reihenfolge.
Das ganze Gespräch
Sie: Danke, dass Sie sich die Zeit nehmen. Ich möchte über meine Auslastung sprechen, denn ich bin an dem Punkt, an dem etwas liegen bleiben wird.
Chefin: Gut. Was ist los?
Sie: Bei mir liegen gerade der Quartalsbericht, die Umstellung auf den neuen Dienstleister und die Einarbeitung der beiden Neuen. Jedes für sich ist machbar. Zusammen sind das etwa sechzig Stunden die Woche, und so läuft es seit einem Monat.
Chefin: Dass es so viel geworden ist, war mir nicht klar.
Sie: Ich hätte es früher ansprechen sollen. Ich will Ihnen keinen geplatzten Termin präsentieren, deshalb kläre ich es lieber jetzt. Mein Vorschlag: Bericht und Umstellung bleiben bei mir, die Einarbeitung gebe ich ab.
Chefin: Wer könnte die Einarbeitung übernehmen?
Sie: Frau Yılmaz hat das letztes Jahr gemacht und sagt, sie hätte noch Kapazitäten. Ich kann sie am Donnerstag in einer Stunde einweisen.
Chefin: Einverstanden, so machen wir es. Melden Sie sich, wenn es in zwei Wochen immer noch zu viel ist.
Sie: Das mache ich. Sie bekommen heute noch eine kurze Mail von mir, was sich verschiebt und bis wann.
Varianten
VorsichtigerDürfte ich Sie um Ihre Einschätzung zu den Prioritäten bitten? Bei mir fallen drei Abgaben in dieselben zwei Wochen, und ich fürchte, alle drei schaffe ich nicht in der Qualität, die Sie erwarten.
DirekterAlle drei Aufgaben bis zum 30. schaffe ich nicht. Zwei schaffe ich. Welche zwei sind Ihnen am wichtigsten?
Schriftlich nachfassenVielen Dank für das Gespräch heute. Zur Bestätigung: Quartalsbericht und Umstellung bleiben bei mir, Frau Yılmaz übernimmt ab Donnerstag die Einarbeitung, am 14. schauen wir gemeinsam noch einmal drauf. Bitte korrigieren Sie mich, falls ich etwas falsch verstanden habe.
Wenn Widerspruch kommt
Chefin: Im Moment haben alle viel zu tun. Da müssen Sie einen Weg finden.
Sie: Dass das ganze Team am Limit ist, sehe ich, und ich will mich nicht vor meinem Anteil drücken. Aber mit der jetzigen Liste wird eine der drei Aufgaben zu spät fertig. Mir wäre lieber, Sie entscheiden jetzt, welche, als dass Sie es hinterher erfahren.
Was Sie besser nicht sagen
Ich gehe hier komplett unter. Das beschreibt ein Gefühl, und Ihre Chefin kann damit nichts entscheiden. Bringen Sie die Liste und die Stunden mit.
Ich kann einfach nicht mehr. Das klingt nach Kündigung oder Krankschreibung. Wenn Sie andere Prioritäten wollen, sagen Sie genau das.
Die anderen haben längst nicht so viel. Ab da geht es um die Kollegen, und Ihre Chefin fängt an, sie zu verteidigen.
